Pflanzenschutz

Pflanzenschutz

Der Pflanzenschutz ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Kulturführung. Unter diesem Begriff versteht sich die Gesamtheit der Bemühungen, Schäden und Ertragsminderungen durch Ausnutzung aller einschlägigen wissenschaftlichen Erkenntnisse in einer ökologisch und ökonomisch angemessenen Weise zu vermindern (Heitefuss, 2000). Seine verschiedenen Anwendungs- und Verfahrensweisen lassen sich in physikalischen, chemischen und biologischen Pflanzenschutz einteilen.

 

Physikalischer-, chemischer- und biologischer Pflanzenschutz Physikalischer Pflanzenschutz

besteht in erster Linie aus vorbeugenden mechanischen Maßnahmen. So zum Beispiel die Unkraubekämpfung mittels verschiedenster Gartengeräte, Schnittmaßnahmen an erkrankten Pflanzen oder der Einsatz von Netzen gegen Insektenflug. Auch die Desinfektion von Gartengeräten durch ein heißes Wasserbad oder das immer beliebter werdende abflammen von Unkräutern gehört dem physikalischen Pflanzenschutz an. Physikalische Maßnahmen sind im privaten Bereich die einfachsten und am häufigsten durchgeführten Anwendungen. Bei dem chemischen Pflanzenschutz werden Pestizide gegen Schaderreger eingesetzt. Pestizide werden, je nach Schaderreger den sie Bekämpfen, in verschieden Klassen eingeteilt:

Ihre Anwendung erfolgt dabei eradikativ, protektiv oder kurativ. Eradikative Anwendung Beschreibt den Einsatz chemischer Mittel, um Schaderreger außerhalb der Wirtspflanze zu vernichten oder fernzuhalten. Protektive Anwendung ist die Behandlung der Pflanzenoberfläche zum Schutz vor Angriff und eindringen eines Schaderregers. Ist die Kultur schon Opfer eines Befalls geworden, kommt nur noch eine kurative Anwendung in Betracht. Dabei helfen die Pflanzenschutzmittel den eingedrungenen Erreger zu vernichten und den Gesundheitszustand wieder herzustellen. Pestizide wirken dabei auf verschiedene Weise:

  • Atemgifte werden über Atmungsorgane aufgenommen und im Körper verteilt.

  • Kontaktgifte werden meistens auf der Pflanzenoberfläche ausgebracht und wirken nach dem Kontakt mit dem Schaderreger.

  • Fraßgifte werden ebenfalls überwiegend auf der Pflanzenoberfläche ausgebracht und gelangen über die Nahrungsaufnahme in den Schaderreger.

  • Systemische Gifte werden von Pflanzen aufgenommen, über Leitungsbahnen verteilt und wirken dann nach Kontakt, Nahrungsaufnahme oder schädigen die Pflanze selber, falls es sich um ein Mittel gegen Unkräuter handelt.

Aufgrund möglicher schädlicher Auswirkungen auf die Umwelt bei unsachgerechten Einsatz sollten chemische Pflanzenschutzmaßnahmen nur mit ausreichendem Fachwissen und Sachverstand eingesetzt werden. Die Mindestanforderungen sind dabei die genau einzuhaltende Packungsbeilage. Die Mittel müssen zudem ausdrücklich für den privaten Gartenbereich zugelassen sein. Sie sind mit der Aufschrift „Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig“ gekennzeichnet. Des weiteren sollten chemische Bekämpfungsmaßnahmen immer die letzte mögliche Option sein. Es gilt im Vorfeld zu prüfen, ob Alternativen zu chemischen Pflanzenschutzmitteln zum Einsatz kommen können.

 

Unter biologischen Pflanzenschutz versteht man die Förderung von Nützlingen. Grundlage ist dabei nicht die Ausrottung eines Schädlings sondern vielmehr die Herstellung eines sich selbst regulierenden Gleichgewichts von Nützlingen und Schädlingen. Statt eines Zauns könnte zum Beispiel auch eine Hecke als Sichtschutz gepflanzt werden. Hecken bieten sowohl nützlichen Insekten als auch Vögeln Schutz und tragen damit deutlich zur natürlichen Regulierung bei. Auch die gezielte Ausbringung von Nützlingen, zum Beispiel von Schlupfwespen in Obstbeständen, gehören dem biologischen Pflanzenschutz an.

 

Literatur: Heitefuss, R. 2000: Pflanzenschutz, Grundlagen der praktischen Phytomedizin. 3. Auflage,Thieme-Verlag, Stuttgart 2000, S. 1


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